Greven/Münster: Gedenken an die in den Bockholter Bergen von Nazis ermordeten Polen Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski

Gedenken an Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski – Eröffnungsrede Detlef Lorber (VVN BdA Münster)

Anlässlich des 78. Jahrestages der Hinrichtung der Polen Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski durch Nazis, fand am 14. August 2020 nun zum vierten Mal in Folge eine Gedenkveranstaltung in den Bockholter Bergen statt, wobei diese in Zeiten der Corona-Pandemie nur „intern“ durchgeführt wurde. Veranstalter waren erneut die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Münster und das Bündnis 90/Die Grünen (Ortsverband Greven), die sich um 16 Uhr (dem Zeitpunkt der damaligen Hinrichtung) am Gedenkort versammelt hatten.

Detlef Lorber von der VVN-BdA Münster wies darauf hin, dass trotz bzw. gerade während der Corona-Krise die NS-Erinnerung nicht in Vergessenheit geraten sollte – nicht zuletzt auch wegen der rechtsextremistisch unterwanderten Corana-Protestbewegung. Lorber informierte über das damalige „Vergehen“ des „verbotenen Umgangs“ mit einer deutschen Frau, das für viele sowjetische und polnische Zwangsarbeiter das Konzentrationslager oder sogar den Tod bedeutete. So ist auch die Hinrichtung in den Bockholter Bergen beispielhaft und nicht die einzige im Münsterland gewesen.

Gedenken an Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski – Michael Kösters-Kraft (Grüne)

Michael Kösters-Kraft (Bürgermeisterkandidat der Grünen für Greven) brachte die Geschichte der NS-Gedenkstätte in Erinnerung, die dort 2001 durch die Gimbter Messdienerschaft errichtet wurde. Dabei hob er vor allem die besondere Bedeutung dieses Ortes für das NS-Gedenken in Greven hervor. Dementsprechend solle die Stadt sich auch um den Zustand der Gedenkstätte bzw. des Umfeldes kümmern. Nach wie vor sei auch geplant, den Gedenkstein um die Namen der beiden NS-Opfer zu ergänzen.

Gedenken an Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski – Christoph Leclaire (Historiker)

Historiker Christoph Leclaire zeichnete schließlich die Verfolgungsgeschichte der beiden polnischen Zwangsarbeiter bis zum Tag ihrer Hinrichtung nach. Für ihre Ermordung sei nie jemand zur Rechenschaft gezogen worden und ihr Schicksal dürfe nicht in Vergessenheit geraten.

Und vielleicht kann man beim nächsten Besuch im Naturschutzgebiet Bockholter Berge auch einmal kurz am dortigen Gedenkort Halt machen und Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski gedenken!

Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski: Hingerichtet wegen „verbotenen Umgangs“ lesen

                                                                                                                                                 Foto: Münster Tube
Stolpersteine in Greven für die beiden am 14. August 1942 von Nationalsozialisten ermordeten Polen Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski in den Bockholter Bergen bei Greven. Sie wurden am 3. November 2017 am Marktplatz in Greven (Marktstraße/ Ecke Kirchstraße) vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Er hat das Konzept der „Stolpersteine“ entwickelt und die kleinen Gedenkmarken schon in mehr als 1000 Orten im Pflaster platziert.

Ein Kommentar zu „Greven/Münster: Gedenken an die in den Bockholter Bergen von Nazis ermordeten Polen Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s