Alternativer Nobelpreisträger 2021 Vladimir Slivyak: Gemeinsam mit Partnern gegen Kohle und Atomenergie in Deutschland

Sassenberg, Münster, Köln. Heute Abend erhält Vladimir Slivyak von der russischen NGO Ecodefense den Alternativen Nobelpreis 2021 der Right Livelihood Foundation in Stockholm. Damit würdigt die Stiftung seinen „langjährigen Einsatz für den Umweltschutz und die Stärkung des zivilen Widerstands gegen die Kohle- und Atomindustrie in Russland“. [1] Seit 15 Jahren ist er auch immer wieder in Münster zu Gast.

Wladimir Slivyak SofA MünsterVladimir Slivyak bei einer Mahnwache von SofA Münster am 9. Dezember 2019, gegen Uranmülltransporte von Gonau nach Russland vor dem Hbf Münster. Foto: Lothar Hill.

Als enge Partner gratulieren die deutschen Organisationen urgewald, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und die Initiative RWE-Tribunal Vladimir Slivyak herzlich zu dieser Auszeichnung und unterstreichen seine bedeutende Rolle in der gemeinsamen Kampagnenarbeit zu deutschen Konzernen und Banken.

Katrin Ganswindt von urgewald: „Deutschland ist einer der größten Abnehmer russischer Steinkohle. [2] Verfeuert wird die Kohle u.a. in den Kraftwerken von Uniper und EnBW. Vladimir Slivyak kritisiert gemeinsam mit uns seit Jahren deutsche Konzerne und die hinter ihnen stehenden Finanzinstitute. Wir werfen ihnen eine Mitschuld an der Zerstörung der Umwelt und der Gesundheit der Bewohner*innen in den Kohleabbaugebieten Russlands vor.“ Sie fügt aus aktuellem Anlass hinzu: „Unter anderem im Kuzbass in Sibirien werden Menschenrechte und Umweltschutzvorgaben von den dort operierenden Unternehmen regelmäßig missachtet.

Münster (26. November 2021): Dr. Bernd Drücke im Gespräch mit dem Träger des Right Livelihood Awards Vladimir Slivyak (Ecodefense Russland)

Das furchtbare Grubenunglück in einer von der Firma SDS-Ugol betriebenen Mine ist leider ein sehr aktuelles Beispiel dafür, wie Profit vor Menschenleben geht. [3; 4] Es zeigt auch, wie eine ‚Better Coal Initiative‘ [5], zu der auch deutsche Steinkohleimporteure gehören, keine Verbesserungen in Ländern wie Russland bringt. Dies kritisieren wir gemeinsam mit Vladimir Slivyak seit Jahren, genauso wie die Tatsache, dass russische Kohlefirmen auch von deutschen Finanzinstituten weiter begleitet werden, wie kürzlich erneut JSC SUEK von der Commerzbank. [6] Mit der Auszeichnung von Vladimir Slivyak setzt der Alternative Nobelpreis auch ein Zeichen für das dringende Ende der Kohle-Ära, um das weltweite Klima zu schützen.“

Demo in Münster gegen Urantransporte – Rede Vladimir Sliviak (Ecodefense Russland), am 2. März 2020

Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen: 
„Seit nunmehr 15 Jahren fordern Vladimir Slivyak und Ecodefense mit einer bewundernswerten Beharrlichkeit und großem Engagement ein Ende der Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland sowie ein Ende der Kohleimporte aus Russland für deutsche Steinkohle-Kraftwerke. Auch eine Kooperation zwischen dem Lingener Brennelemente-hersteller Framatome und dem russischen Atomkonzern Rosatom wird zu Recht abgelehnt. Die neue Bundesregierung muss endlich auf die russische Umweltbewegung hören und die deutschen Atom- und auch Kohle-Kooperationen mit Russland beenden. Wir gratulieren Vladimir Slivyak und Ecodefense zu der internationalen Würdigung durch den Right Livelihood Award.“

Matthias Eickhoff SofA MünsterMatthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und Sofortiger Atomausstieg (SofA) Münster. Foto: Lothar Hill.

Seit vielen Jahren äußert Vladimir Slivyak seine Kritik auch auf deutschen Hauptversammlungen von RWE und E.ON“, so Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. „Es macht einen Unterschied aus, wenn jemand aus dem Land, in das deutsche Konzerne ihre Risiken, Klima- und Umweltschäden auslagern, direkt zum Vorstand und den Aktionär*innen spricht. Wir hoffen, dass Vladimir Slivyak seine Arbeit für Ecodefense auch bald wieder in Russland fortsetzen darf.“

Urantransporte Gronau – Russland: Interview in Münster mit Vladimir Sliviak (Ecodefense Russland), am 18. November 2019 in Münster

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