Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Emsland gratulieren Vladimir Slivyak zum Alternativen Nobelpreis

Münster/ Münsterland. Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Emsland sowie das Netzwerk „Datteln IV stoppen wir“, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und die Ärzt*innenorganisation IPPNW gratulieren dem russischen Umweltaktivisten Vladimir Slivyak. Ihm wurde heute in Stockholm zusammen mit drei weiteren Persönlichkeiten der Alternative Nobelpreis verliehen. Die Laudatio hielt Luisa Neubauer.

Vladimir Slivyak                                                                                       Vladimir Slivyak. Foto: Right Livelihood Foundation.

Vladimit Slivyak ist seit 15 jahren auch immer wieder regelmäßig in Münster zu Gast, zumeist bei Protesten von SofA Münster, gegen die gefährlichen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland, die auch mitten durch Münster rollen. Bei den Protesten waren auch oft Aktivust*innen der Friedenskooperative Münster (FRIKO) mit vor Ort: „Wir haben als Friedenskooperative Vladimir bei den gemeinsamen Protesten gegen Urenco-Atommülltransporten erlebt und gratulieren zum alternativen Nobelpreis, erklärt Hugo Elkemann von der FRIKO Münster.

                                              Luisa Neubauer                                   

Der Ko-Vorsitzende der renommierten russischen Umweltorganisation Ecodefense wurde heute von der Right-Livelihood-Stiftung für sein langjähriges sachkundiges und beharrliches Engagement gegen die Atom- und Kohleindustrie in Russland ausgezeichnet.

Dabei setzt sich Vladimir seit vielen Jahren auch für ein Ende der unverantwortlichen Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland sowie für ein Ende der sehr umweltschädlichen Kohleimporte aus dem sibirischen Kuzbass für deutsche Steinkohle-Kraftwerke ein, wie z. B. für Datteln IV.

                               

Wir schätzen sehr die enorme und bahnbrechende Arbeit von Vladimir Slivyak und Ecodefense unter den widrigen politischen Bedingungen in Russland. Sein Einsatz ist vorbildlich und hat die Probleme der Atomenergie und des Kohleabbaus im eigenen Land, aber auch international im Fokus der Öffentlichkeit gehalten. Seine Expertise half dabei, den Bau mehrerer AKW in Kaliningrad und Südafrika zu verhindern. Wir teilen Vladimir Slivyaks Vision von einer Welt ohne Atomenergie und ohne die Nutzung von fossilen Brennstoffen voll und ganz,“ so Angelika Claussen, Europa-Vorsitzende der IPPNW.

Peter Bastian SofA Münster                                                    Peter Bastian, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster. Foto: Lothar Hill.

Die Arbeit von Vladimir Slivyak und Ecodefense wirft immer wieder auch ein Schlaglicht auf die großen Lücken im bundesdeutschen Atomausstieg und bei der Energiewende. Die kommende Bundesregierung muss deshalb die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland endlich stoppen, die Uranfabriken in Gronau und Lingen schließen, die Kohleimporte aus Russland einstellen und keine neue Atomkooperation zwischen dem Lingener Brennelementehersteller Framatome und dem russischen Atomkonzern Rosatom erlauben. Der Alternative Nobelpreis verdeutlicht, dass diese Forderungen nun auch international gewürdigt werden,“ ergänzte Peter Bastian von SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) für russischen Umweltaktivisten Vladimir Slivyak

Münster (26. November 2021): Dr. Bernd Drücke im Gespräch mit dem Träger des Right Livelihood Awards Vladimir Slivyak (Ecodefense Russland)

5. Dezember, 13 Uhr, UAA Gronau: Kundgebung 45 Jahre Widerstand gegen Urananreicherung in Gronau

Für jetzt Sonntag, 5. Dezember, rufen die Initiativen und Verbände um 13 Uhr zu einer deutsch-russischen Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage Gronau, Röntgenstraße 4, auf. Hauptredner wird dort Vladimir Slivyak sein. Weitere Redebeiträge kommen vom IPPNW-Atomexperten Paul-Marie Manière sowie von den regionalen Anti-Atom-Initiativen.

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Im Fokus steht neben einer Bewertung der Weltklimakonferenz in Glasgow die kritische atom- und klimapolitische Bewertung des Ampel-Koalitionsvertrags. Aus Sicht der Anti-Atomkraft-Bewegung wird der Punkt „Atomausstieg“ im Ampel-Koalitionsvertrag völlig unzureichend behandelt. Für die Musik sorgt der Liedermacher Gerd Schinkel.

Mit der Kundgebung wird auch der jahrzehntelange Widerstand gegen die Gronauer Urananreicherungsanlage gewürdigt. Vor 45 Jahren, im Oktober 1976, wurde in Gronau die erste Bürgerinitiative gegen die damals in der Planung befindliche Urananreicherungsanlage gegründet.                                                                                                                                                                                     Vladimir Slivyak Ecodefense Russland                            

                                                                    Vladimir Slivyak. Foto: Dr. Bernd Drücke

Umweltaktivist Sliwjak über Russland: „Putin fürchtet junge Generation“

Waldimir Sliwjak erhält für seinen Einsatz bei der Organisation „Ecodefense“ den Alternativen Nobelpreis. Ein Gespräch über Ängste des Kreml – und Nord Stream 2. LESEN (TAZ)

 

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