Münster: Den Judenhass entschieden bekämpfen

Kranzniederlegung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus / Polnischer Generalkonsul zu Gast bei Markus Lewe

Münster. Zum Gedenken an die über sechs Millionen Juden und vielen anderen Opfer, die von Nationalsozialisten ermordet wurden, legten am Donnerstag Vertreter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster (CJZ), der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Münster, Oberbürgermeister Markus Lewe und der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak einen Kranz nieder.

Zwinger MünsterFoto: Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wurde ein Kranz am Zwinger niedergelegt. Foto: Stadt Münster/Meike Reiners.

Im kleinen Kreis kamen sie am Zwinger zusammen, Anlass gab der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen zum 77. Mal.
„Es ist unsere Pflicht und Verantwortung, niemals zuzulassen, dass die Gräueltaten der Nationalsozialisten in Vergessenheit geraten. Wo immer es möglich ist, müssen wir Erinnerungsarbeit vor allem für die und mit den jüngeren Generationen anbieten. Gerade jetzt, wo antisemitische Gedanken und Handlungen entsetzlicherweise wieder in unserer Gesellschaft sichtbar werden“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.
Pfarrer Martin Mustroph, Vorsitzender der CJZ, erinnerte an das Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und bezeichnete es als „unverdientes Geschenk, dass es nach den Gräueln des Holocaust wieder vielfältiges jüdisches Leben in Deutschland und in Münster“ gebe. „Die Verbrechen des NS-Regimes zeigen in erschreckender Weise, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb gilt es, achtsam zu sein, den offenen wie versteckten Judenhass entschieden zu bekämpfen, der Leugnung und Relativierung des Holocaust deutlich entgegenzutreten sowie für Menschenwürde, Respekt und Toleranz einzustehen.“
Nach der Kranzniederlegung empfing Markus Lewe Generalkonsul Jakub Wawrzyniak zum Antrittsbesuch in seinem Büro. Wawrzyniak ist seit Oktober 2019 Doyen des Konsularischen Korps in Nordrhein-Westfalen – also Inhaber des höchsten protokollarischen Amtes.

Holocaust-Opfer MünsterFotos: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biografisches Lexikon, Münster  2001. Collage: Münster Tube.

Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde Münster wurden 299 Menschen in Konzentrations – und Vernichtungslagerlager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. Zudem fielen. Aber auch die Sinteza Anna Maria Steinbach aus Münster wurde ermordet. Ferdinand Northoff wurde Opfer der Euthanasie.

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