Red Hand Day 2022 in Münster: Friedensinitiativen fordern Beendigung der Rekrutierungen von Kindersoldaten und Minderjährigen

Münster. Anlässlich des „Red Hand Day“ 2022, hatten die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Münster, die Friedenskooperative Münster und pax christi Diözesanverband Münster zu einer Mahnwache vor dem historischen Rathaus am 12. Februar eingeladen. Die Friedensinitiativen forderten u.a., dass keine Minderjährigen als Soldat:innen weltweit und für die Bundeswehr mehr rekrutiert werden.  (Mit einem Statement im Video, von Jewgenij Arefiev von der DFG-VK Münster).

Die Kampagne „Unter 18 Nie!“ Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“, die von zwölf Organisationen aus den Bereichen Frieden, Menschenrechte, Kirche und Gewerkschaft (u.a. DFG-VK, Netzwerk Friedenskooperative, pax christi, GEW, IPPNW, Kindernothilfe, UNICEF Deutschland, terre des hommes) getragen wird, setzt sich seit 2019 für eine Erhöhung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre ein, was auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und die Kinderkommission des Bundestags Deutschland wiederholt empfohlen haben. Weltweit halten über 150 Länder den internationalen Straight 18-Standard ein.

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Vor dem Historischen Rathaus in Münster mit dem Friedenssaal informierten, v.l.: Hugo Elkemann (Friedenskooperative Münster), Jewgenij Arefiev (DFG-VK Münster), Rixa Borns (Friedensinitiative Münster) und Manfred Winkelkötter (DFG-VK Münster). Foto: Lothar Hill. (Foto Titelbild: Manfred Winkelkötter).

Im Koalitionsvertrag der Ampel ist folgende Formulierung enthalten: „Ausbildung und Dienst an der Waffe bleiben volljährigen Soldatinnen und Soldaten vorbehalten.“. Das bedeutet, dass die Minderjährigen weiterhin ihren Dienst auch unterhalb von 18 Jahren antreten können. Das widerspricht der UN-Kinderrechtskonvention, die sich prinzipiell gegen die Rekrutierung Minderjähriger ausspricht. Hugo Elkemann (Friedenskooperative Münster): „Wir erhalten unsere Forderung aufrecht: unter 18 nie! Die Landesregierung soll die Bundeswehrwerbung an Schulen und bei minderjährigen Schüler:innen sofort beenden!“.

Red_Hand_Day_Münster 03                                    Red-Hand-Day-Aktion vor dem Historischen Rathaus in Münster. Foto: Lothar Hill.

Wir fordern den Stadtrat Münster auf, den Antrag der Friedensorganisationen „Information der Jugendlichen über ihr Widerspruchsrecht bei der Datenweitergabe an die Bundeswehr“ vom 30.03.21 endlich in die Verwaltungspraxis umzusetzen, die betroffenen minderjährigen Münsteraner:innen über ihr Widerspruchsrecht rechtzeitig postalisch zu informieren und dadurch die persönlichen Daten und Interessen der Kinder und Jugendlichen besser zu schützen. Die  bisherigen Veröffentlichungen der Stadt (Homepage, Amtsblatt, Pressemitteilung) reichen dafür definitiv nicht aus.“, so der ehrenamtliche Geschäftsführer/Sprecher der DFG-VK Münster Jewgenij Arefiev.

Filmmatinee aus Münster: „Krieg beginnt hier“ & Vortrag von Felix Oekentorp (DFG-VK NRW) zum Koalitionsvertrag

Krieg gegen Kinder: 452 Millionen Kinder wachsen weltweit in Konflikten auf

Der sechste Bericht “Krieg gegen Kinder: Rekrutierung im Fokus” von Save the Children, gemeinsam mit dem Peace Research Institute Oslo (PRIO) erarbeitet, zeigt, dass im Jahr 2020 weltweit rund 452 Millionen Mädchen und Jungen (eines von sechs Kindern) in einem Konfliktgebiet lebten und 193 Millionen Kinder unter gefährlichsten Lebensumständen aufwuchsen. Weltweit steigt das Risiko, dass Kinder von Streitkräften und bewaffneten Gruppen rekrutiert und eingesetzt werden. Rund 337 Millionen Kinder sind dadurch gefährdet: Das sind dreimal so viele wie noch 1990. WEITERLESEN (Proporium)

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