ÖDP Münster fordert Konzepte zum ökologischen Wachstum der Stadt anstatt Fächenverbrauch

Münster. Zur nächsten Sitzung des Rates am 06.04.2022 steht die Vorlage zum neuen Baugebiet in Hiltrup-Ost zur Abstimmung an.

Die Fläche befindet sich im sogenannten dritten Grünring der Grünordnung der Stadt Münster. Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit beschreibt die Funktion dieses Grünringes wie folgt: „Seine Freiflächen übernehmen bedeutende landschaftsökologische Aufgaben und wichtige Ausgleichs- und Erholungsfunktionen.“

Michael Krapp ÖDP Münster
Michael Krapp (Ratsherr ÖDP Münster). Fotos: Lothar Hill.

ÖDP Ratsherr Michael Krapp dazu: „Die Stadt Münster hat den Klimanotstand ausgerufen, sie will Vorreiter sein in Sachen Klima- und Umweltschutz, sie ist stolz darauf, die lebenswerteste Stadt der Welt zu sein. Im konkreten Planen und Handeln ist davon leider wenig zu spüren. Wir verstehen, dass Münster wächst, dass die Stadt neue Infrastrukturen braucht, dass ein weiterer Flächenverbrauch nicht immer verhindert werden kann. Wir erkennen aber leider nach wie vor kein konkretes Umdenken in der Stadtplanung: Im Konflikt der Interessen wird immer wieder der einfachste Weg beschritten. Umweltpoltische Planungen und Ziele werden über Bord geworfen. Die Grünordnung ist ein wichtiges Planungsinstrument, wie Münster lebenswert wachsen kann. Diesen Plan zu verletzen, ist nur in gut begründeten Ausnahmefällen denkbar. Münster wird wachsen, aber es muss anders wachsen, damit es lebenswert bleibt. Wir brauchen Konzepte zum ökologischen Wachstum der Stadt. Diese existieren nicht und wir sehen auch nicht, dass sie entstehen. Im Gegenteil, bestehende Fundamentalpläne, wie die Grünordnung und der korrespondierende Flächennutzungsplan, werden ignoriert und nach Belieben so angepasst, dass es beim ‚weiter so‘ bleiben kann. Die Vorlage lässt nicht einmal eine Sensibilität für das Thema erkennen.“ 

In Deutschland ist eine Fläche von 51.500 km² für Verkehr und Siedlung versiegelt. Jeder Einwohner der BRD verbraucht damit eine Fläche von 620 m² – eine Fläche, auf der das Leben von Pflanzen und Tieren nicht möglich ist. Dieser Verbrauch ist enorm und in den letzten 30 Jahren trotz einer fast konstanten Bevölkerung (Anstieg von 3 %) um 24 % gestiegen. Diese Daten zeigen, dass Flächenverbrauch nichts mit Bevölkerungswachstum zu tun hat, sondern mit gesteigerten Bedürfnissen und Ansprüchen und vor allem mit einem sorglosen Umgang mit der Natur.  

Bereits im Jahr 2002 hatte die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie eine Reduzierung des täglichen Zuwachses an Siedlungs- und Verkehrsflächen auf 30 Hektar je Tag als Ziel für das Jahr 2020 formuliert. Dieser Wert wurde weit verfehlt und ist nun erneut für das Jahr 2030 anvisiert worden. Auch auf Bundesebene sieht man, dass das Thema Flächenverbrauch in keiner Weise ambitioniert genug verfolgt wird. 

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