Münster: Proteste gegen Verschwörungsideologien werden fortgesetzt

Münster. Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ aus Münster wird auch am kommenden Montag, den 16. Mai, um 17.30 Uhr die Proteste gegen die rechtsoffenen „Corona-Leugner*innen“ und für eine solidarische Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen fortsetzen. Montag findet die Mahnwache wieder am Michaelisplatz/Prinzipalmarkt statt.

Bündnis Keinen Meter den Nazs Münster 469

Das Bündnis sieht sich nach Veröffentlichung der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik – auch wenn es diese aufgrund ihrer strukturellen Probleme grundlegend kritisch sieht – in seiner Analyse der Szene der Coronaleugner*innen bestätigt. „Bei aller Vorsicht vor den PMK-Zahlen: Wir erleben einen massiven Anstieg der Straftaten aus der extremen Rechten und der verschwörungsideologischen Szene“, so Bündnissprecher Carsten Peters, „die Szene, die sich im Rahmen der Proteste der Coronaleugner*innen formiert hat, ist brandgefährlich.“

Rede von Carsten Peters (Pressesprecher Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ Münster) beim Protest am 9. Mai 2022, gegen die rechtsoffenen „Corona-Leugner*innen“ und für eine solidarische Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen, neben dem Domplatz.

„Hinzu kommt ein Höchststand antisemitisch motivierter Straftaten“, ergänzt seine Kollegin Liza Schulze-Boysen, „die stetige Verbreitung (strukturell) antisemitischer Inhalte durch die Corona-leugner*innen befördert ganz offensichtlich auch Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland.“

„Die letzten Wochen haben deutlich gemacht, dass die Coronaleugner*innen trotz sinkenden Zulaufs weiterhin ihren Kern mobilisieren können“, so Bündnissprecher Carsten Peters, „Die Netzwerke bleiben aktiv und suchen sich neue Themen. Augenfällig ist die Verbindung von Verschwörungserzählungen mit der Parteinahme für Putins Angriffskrieg – Dinge, die auch in Münster auf den sogenannten Montagsspaziergängen angebracht wurden.“

Eine Analyse des gemeinnützigen CeMAS (Center für Monitoring, Analyse und Strategie), das die Bewegung der „Coronaleugner*innen“ wissenschaftlich beobachtet, belegt demokratiefeindliche Bestrebungen der „Coronaleugner*innen“ vor diesem Hintergrund ebenfalls eindrücklich.
„Das CeMAS-Papier bestätigt die Einschätzung des Bündnisses, dass es bei den „Corona-Protesten“ weniger um Kritik an den staatlichen Schutzmaßnahmen ging, sondern um demokratiefeindliche Bestrebungen, die Sympathie für Diktaturen ausdrücklich einbeziehen“, erklärt Schulze-Boysen.

„Wir bleiben daher wachsam und solidarisch und gehen gegen Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und die extreme Rechte montags auf die Straße“, stellt Peters abschließend dar. „An den Unikliniken wird seit Tagen für besser Arbeitsbedingungen in der Pflege gestreikt – diese Leute sind es, die gehört werden sollten. Und diesen gilt weiterhin unsere uneingeschränkte Solidarität.“

Schwurbler gesucht – Fahndungsaufruf der Polizei Münster:

Am 20.12.2021 und am 17.01.2022 wurden im Rahmen der sog. „Montagsspaziergänge“ der Impfgegner in Münster zwei männliche Tatverdächtige festgestellt. Bei der Demonstration am 20.12.2021 fiel ein Tatverdächtiger auf, weil er an der Jacke einen Davidstern trug mit der Aufschrift „0G“.

Coronaleugner_Münster

Der andere Tatverdächtige ist am 17.01.2022 in den Fokus geraten, weil er einen Zettel umgehängt hatte mit der Aufschrift: „Keine Impfpflicht mit Impfstoffen, die ALC-0315 und ALC-0159 enthalten! Sei kein zweiter Josef Mengele!“. Im Nachgang zu den Demonstrationen sind diese angezeigt worden. Die Tatverdächtigen konnten bislang nicht identifiziert werden. Mehr dazu hier

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