Tönnies – Prozess vor dem Landgericht Bielefeld: 14 Aktivist*innen angeklagt – Soli-Mahnwache während des Prozesses

Münster/ Bielefeld. 14 Aktivis werden wegen angeblicher Nötigung vor dem Betriebsgelände von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück angeklagt, darunter auch Aktivist*innen aus Münster.  Die Polizei weiß nicht mal, wer angeblich genötigt worden sei, weswegen sich dieser Gerichtsprozess nur als Schauprozess bezeichnen lässt. Während des Prozesstages im Landgericht Bielefeld am 13. Juni 2022  fand zeitgleich eine Solidaritäts-Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude statt. „Tönnies schlachtet und tötet Millionen von Lebewesen, aber Klimaschützer*innen werden angeklagt – Verkehrte Welt!“, kommentiert dazu der Tierbefreiungstreff Münster.

In diesem Video des Tierbefreiungstreffs Münster ist ein Statement eines*r angeklagten Aktivist*in beim Tönnies-Prozess vom Tierbefreiungstreff Münster von der Soli-Mahnwache zu hören

Bisher kam es zu keiner Entscheidung, sodass der Prozess am 20.6.22 fortgeführt wird. Der Tierbefreiungstreff Münster ruft daher zur Teilnahme an einem Aktionswochenende unter dem Motto: „Animal rights camp“ von @bielefeldanimalsave vom 17. bis 19. Juni und/oder zur Demo „Schließung aller Schlachthäuser“ am 18. Juni 2022 nach Bielefeld auf.

In einer spontanen Aktion blockierten am 17. Juli 2020 ca. 14 Klima- und Tierrechtsaktivist*innen die Straße vor dem Betriebsgelände des Schlachthauses Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Darunter auch zwei vegane Tierrechtsaktivist*innen aus Münster. So unterschiedlich die Aktivist:innen, die sich zum Teil untereinander gar nicht bekannt sind, sind, so vereint sie die Kritik am Konzern Tönnies.

Der Tatvorwurf lautet nun gemeinschaftliche Nötigung. Das Gericht hatte vor Prozessbeginn einem Aktivisten die Einstellung des Verfahrens gegen die ungewöhnlich hohe Summe von 900 Euro angeboten. Die Aktivist:innen sehen es als Problem an, dass Profitinteressen Einzelner die Grundrechte Vieler einschränken und es keine ausreichende rechtliche Handhabe dagegen gibt. “Tönnies steht seit vielen Jahren immer wieder in der Kritik wegen der massenhaften Tötung von Lebewesen, den schlechten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen, der Anwerbung ukrainischer Flüchtlinge an der polnischen Grenze, Missachtung der Coronaschutzverordnung, Sozialbetrug und Geldwäsche. Es gibt also kaum einen passenderen Ort, um für Klimaschutz, Menschen- und Tierrechte zu protestieren als vor Tönnies“, so Klimaaktivistin Sophia Fahrland.

Tönnies Besetzung Juli 2020

Am 4. Juli 2020 besetzten ca. 30 Aktivist*innen vom Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ ein Dach und die Hauptzufahrt der Tönnies-Schlachtfabrik in Rheda-Wiedenbrück, die wegen zahlreicher Corona-Infektionen unter den Arbeiter*innen geschlossen war. Die Forderung des Bündnisses: Der Schlachthof darf nie wieder in Betrieb gehen, die Tierindustrie muss abgeschafft werden.

Es gehören nicht die Aktivist*innen angeklagt, sondern der Konzern, der Menschen, Tiere, Klima und Umwelt für eigene Profite ausbeutet. Trotz massiver Kritik hat sich kaum etwas geändert. Da die Politik nicht ausreichend die Rahmenbedingungen schafft, Klima- und Tierschutz und Menschenrechte durchzusetzen und zu vereinen, bleibt uns nur die Möglichkeit, mit dieser Aktion zivilen Ungehorsams auf unser Anliegen aufmerksam zu machen”, sagt die angeklagte Sophia Fahrland, Aktivistin beim Tierbefreiungstreff Münster.

Münster Horror Climate Show 2020 – Die blutige Tafel

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