Münster: Bündnis zieht Zwischenbilanz nach 29 Protestkundgebungen gegen „Corona-Leugner*innen“ seit Dezember 21

Bündnis setzt Mahnwachen gegen Verschwörungsideologien & Antisemitismus am 1. August 2022 fort

Münster. Seit dem 13. Dezember 2021 hat das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ jeden Montag Protestkundgebungen und Mahnwachen gegen die „Corona-Leugner*innen“ durchgeführt, die sich regelmäßig auf dem Domplatz zu sogenannten „Montagsspaziergängen“ treffen. Die Versammlung am 27.6.2022 war die 29. in Folge. Das Bündnis zieht nun eine Zwischenbilanz.

Bündnissprecher Carsten Peters: „Die Beteiligung an den Protesten gegen die verschwörungsideologische Szene in Münster ist nach wie vor stabil. Wir haben stets deutlich gemacht, dass es in Münster keinen Platz für Verschwörungsideologien, Antisemitismus und die extreme Rechte – egal ob in Form von Reichsbürger*innen, AfD oder militanten Nazis geben darf. Nach insgesamt mehr als zweijähriger Auseinandersetzung mit dieser heterogenen Szene und ihren Inhalten aus Rechtsesoterik, Verschwörungsideologien, Antisemitismus und unsolidarischer Realitätsverweigerung ist festzustellen, dass die Kombination aus ‚Peace-Flaggen‘, roten Herzchen, Friedensparolen und offen extremer Rechter nach wie vor für viele Teilnehmer*innen kein Widerspruch darstellt.“

Domplatz Münster
Schwurbler*innen auf dem Domplatz in Münster. Foto: Lothar Hill.

Und seine Kollegin Liza Schulze-Boysen ergänzt: „Ihre guten Verbindungen in die extrem rechte Szene zeigen die Münsteraner Corona-Leugner*innen mittlerweile ganz offen. Da helfen auch Beteuerungen, „Extremisten abzulehnen“ und für „Frieden und Grundrechte“ auf die Straße zu gehen, kein Stück weiter, wie die Beteiligung der dort gern gesehenen AfD, anderer extremer Rechter belegt. Den vermeintlichen ‚Friedensfreund*innen‘ sind ihre vorgegebenen Ideale völlig egal. Dass es schon lange nicht mehr um Fragen der Gesundheitspolitik oder der Pandemiebekämpfung geht, ist ebenfalls seit langem klar. Die Beschreibung „Pegida mit Bio-Siegel“ ist zutreffend.“

Das Bündnis bedankt sich bei allen Unterstützer*innen und freut sich, dass mit den „Schwurbel-Busters“ eine Gruppe entstanden ist, die sich durch den Protest gegen die „Corona-Leugner*innen“ politisiert hat und deren Umzüge kritisch begleitet. Genauso begrüßt das Bündnis die Organisation solidarischer Gruppen aus der Pflege wie „Münster Cares“ und „Notruf.NRW“, deren Forderungen es voll und ganz unterstützt.

Nachdem vor ein paar Monaten der Zwinger an der Promenade, der seit vielen Jahren auch eine Gedenkstätte für Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ist, vermutlich von Schwurbler*innen mit der Aufschrift „Quarantäne-Hotel“ beschmiert wurde, haben Schmierfinken aktuell nun auch in Münsters Stadtteil Hiltrup ihr Unwesen getrieben.

Na dann Münster 02 Schwurbler auf dem Domplatz mit einem gelben Stern und Schmierereien am Zwinger. In der Zeit des Nationalsozialismus war er sowohl Gefängnis als auch Hinrichtungsstätte der Gestapo. Foto Zwinger: M.W.

Aufgrund eines Berichtes der Schwurbel Busters über Schmierereien dort, hatten sich Aktivist*innen der Initiative GEGEN Coronaverharmlosung in Münster nach Hiltrup begeben, um sich persönlich ein Bild darüber zu verschaffen. Laut der Initiative, wären viele dieser widerlichen Schmierereien und auch jede Menge Aufkleber, insbesondere in Kanalnähe zu sehen, u.a. auch  welche mit dem Schriftzug „HFG – Hiltrup für Grundrechte“.  Die Vermutung liegt daher sehr nahe, dass es sich bei den Täter*innen auch in diesem Fall, um Angehörige der Münsteraner Schwurbler*innenszene handeln könnte, die jeden Montag zum Unmut vieler Bürger*innen, in Münster herumlaufen.

Die nächste Versammlung des Bündnisses findet am Montag, den 1. August statt. Dann heißt es wieder: „Wir lassen weiterhin nicht widerspruchslos zu, dass hier Antisemitismus, Verschwörungserzählungen und extrem rechte Inhalte propagiert werden“, macht Peters abschließend deutlich. „Wir bleiben standhaft und halten weiter dagegen – solidarisch, kreativ und entschlossen!“

„Der Einfluss der organisierten Rechten auf die Szene der Corona-Verharmloser*innen“ – Vortrag mit Andreas Kemper (Soziologe & Publizist)

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