GEW Münster unterstützt Verdi bei Notruf NRW: „Arbeitsbedingungen in den Kliniken und der Pflege verbessern!“

Kritik an der Instrumentalisierung der Kita-Situation

Münster. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den Streik der Beschäftigten für bessere Arbeitsbedingungen und erklärt sich solidarisch mit ihren Forderungen.

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Ulrich Thoden und Carsten Peters. Fotos: Lothar Hill.

Der Tarifvertrag Entlastung, mehr Personal für die Kliniken und bessere Ausbildungsbedingungen in den Häusern sind für unser Gesundheitssystem lebensnotwendig und müssen jetzt kommen“, macht der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden deutlich. „Der Arbeitgeberverband des Landes NRW und die Politik des Landes sind gefordert, endlich im Sinne der Beschäftigten zu handeln. Wir stehen solidarisch mit all den Beschäftigten, die seit Beginn der Pandemie im Dauerstress stehen. Der Streik ist die einzige Möglichkeit der Beschäftigten ihre Anliegen durchzusetzen, denn die Misere des Gesundheitssystems ist nicht ihre Schuld!“ Deutlich kritisiert Thoden die aktuelle Instrumentalisierung der Kita-Situation am UKM gegen den Streik der Beschäftigten: „Auch die Kitas sind deutlich unterbesetzt. Auch hier herrscht erheblicher Personalmangel, da die Arbeitsbedingungen sich durch Arbeitsverdichtung, weitere Aufgaben und zu wenig Entlastung spürbar verschlechtert haben. Auch hier ist die Politik dringend aufgefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern und Entlastung für die Beschäftigten zu schaffen.“

GEW-Geschäftsführer Carsten Peters ergänzt: „Das Gesundheitswesen in Deutschland und damit auch in NRW ist chronisch unterfinanziert. Die Folge: Rund 20.000 Fachkräfte fehlen alleine in den Krankenhäusern NRWs. Den Preis dafür zahlen die Patient*innen und die Beschäftigten. Einspringen aus der Freizeit, keine Pausen, Überstunden: Viele Beschäftigte sind chronisch überlastet, schieben Überstunden vor sich her, werden krank, haben innerlich gekündigt oder dem Arbeitsplatz Krankenhaus bereits den Rücken gekehrt.“

Zentraler Streiktag aller 6 NRW-Unikliniken in Münster (21. Juni 2022) – Rede: Thomas Meißner (Verdi Münsterland)

Die Politik hat keine wirksamen Lösungen erarbeitet, um die Beschäftigten im Beruf zu halten oder mit besseren Arbeitsbedingungen in den Beruf zurückzuholen. Das geht zulasten aller Bürger*innen, die viel schlechter versorgt werden, als es notwendig wäre, um schnell und nachhaltig zu genesen. Eine gute Gesundheitsversorgung geht nur mit guten Arbeitsbedingungen, ausreichend Zeit und genügend Personal.

43. Streiktag an der Uniklinik Münster – Streikende Beschäftige berichten

„Wir wollen bessere Arbeitsbedingungen und wir wollen eine gute Patient*innen-Versorgung“.

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