Stolperstein in Münster: Pater August Benninghaus

Stolpersteine gegen das Vergessen – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig in Münster (Königstraße 35), verlegt mit dem Verein „Spuren Finden e.V.“: Pater August Benninghaus (geb. 7. November 1880 in Durchhorn).  Hungertod im KZ Dachau am 20. Juli 1942.

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Pater August Benninghaus (Königstraße 35 in Münster) wurde am 7. November 1880 in Druchhorn geboren. Am 27. Juni 1941 verhaftete die Gestapo in Münster August Benninghaus wegen „Staatsfeindliche Äußerungen“ und verlegte ihn in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Am 11. März 1942 wurde der Pater in das KZ Dachau gebracht. Am 20. Juli 1942 verhungerte er dort. Fotos: Stolperstein: Lothar Hill, Pater August Benninghaus:pater-benninghaus.de

*Am 26. April 1900 trat August Benninghaus in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek/Niederlande ein und empfing am 24. August 1913 durch den Kölner Erzbischof und späteren Kardinal Felix von Hartmann das Sakrament der Priesterweihe. 1914 wurde er von seinem Oberen nach England gesandt. Beim Austausch von Kriegsgefangenen kam er 1916 nach Deutschland zurück. Hier stellte er sich freiwillig dem Heeresdienst und wurde als Divisionspfarrer an die mazedonische Front geschickt. Dort erhielt die Division Besuch von Erzbischof von Faulhaber, dem späteren Kardinal.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde er mit der Betreuung der Jugendverbände und mit der Seelsorge an einem Krankenhaus in Köln-Deutz beauftragt. Im Jahre 1924 übertrug ihm der Orden das Amt eines Exerzitienmeisters. Als solcher wirkte er in Niederkassel am Rhein, Opladen, Münster und im Kloster Bethlehem bei Bergheim/Erft. Danach war er zwei Jahre als Volksmissionar in Hannover tätig. 1928 wurde er in Münster Diözesanpräses der Männergemeinschaften.

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Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Foto: Lothar Hill

Ab 1929 war er mit dem Pfarrer der Stadtkirche St. Lamberti Clemens August Graf von Galen bekannt. Bis 1941 wirkte er als Exerzitienmeister und Volksmissionar im Kettelerheim in Münster. 1938 wurde wegen abfälliger Bemerkungen über den Nationalsozialismus ein Strafverfahren (wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz) gegen Pater Benninghaus eingeleitet. Er hatte geäußert, dass die Kirche schon viele Reiche überdauert habe. Das beim Sondergericht in Dortmund angestrengte Verfahren endete mangels Beweisen am 25. Oktober 1939.

Am 27. Juni 1941 wurde er abermals von der Geheimen Staatspolizei in Münster verhaftet. Er soll bei einem Exerzitienkurs für Einberufene (Militärdienst) im Katharinenstift in Ascheberg angeblich staatsfeindliche Äußerungen von sich gegeben haben. Er wurde in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt. Dort wurde er von zwei SS-Männern derart misshandelt, dass er stürzte und auf eine Tischkante aufschlug. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung, von deren Folgen er sich bis zu seinem Tode nicht erholte.

                                                                     Der Priesterblock im Lager Dachau. Foto: Traunsteiner Tagblatt

Am 11. März 1942 wurde Pater Benninghaus in das KZ Dachau verlegt, wo damals die katholischen Priester in einem sogenannten Pfarrerblock zusammengezogen wurden. Pater Benninghaus kam in den Block 24, Stube 1. Dieser war im Mangeljahr 1942 zusätzlicher Invalidenblock. Das bedeutet, dass Pater August zur Vergasung in Schloss Hartheim bei Linz vorgesehen war. Infolge Hungers und Schwäche verschlechterte sich sein körperlicher und geistiger Zustand immer mehr, bis er schließlich in das Krankenrevier eingeliefert wurde. Am 20. Juli 1942 verhungerte er. Am 31. August 1942 wurde eine Urne mit Asche zum Pfarramt nach Ankum geschickt. Sie wurde auf dem Ankumer Friedhof beigesetzt. Auf dem Grabmal stehen die Worte „Märtyrertod Dachau“.

*Quelle: Karl Leisner

Stolperstein in Münster: Kaplan Bernhard Poether: LESEN

Der Kaplan von der St. Clemens-Gemeinde in Münster-Hiltrup starb am 5. August 1942 ebenfalls im KZ Dachau

Münster: Gespräch (1988) mit dem Nazi-Opfer und Aufklärer Paul Wulf (+1999)

„Deutsche Vergangenheit mit Dokumenten“ – WDR-Gespräch mit Paul Wulf. Er war Nazi-Opfer, Aufklärer, Kommunist, Antifaschist und Anarchist.

Münster: Dr. Bernd Drücke (graswurzelrevolution) im Gespräch mit Rainer Schepper (Wehrmachtsdeserteur)

Der 1927 in Münster geborene Publizist, Buchautor und Rezitator ist einer der letzten noch lebenden Wehrmachtsdeserteure und Zeitzeugen. Im Gespräch mit Dr. Bernd Drücke (Redakteur graswurzelrevolutuion) berichtet er u.a. über seine dramatischen Erlebnisse während der letzten Monate des 2. Weltkrieges als Deserteur. Rainer Schepper ist leider am 8. August 2021 verstorben.

 

 

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