Stolpersteine in Münster: Frieda Rothschild, Emil Rothschild und Lieselotte Rothschild

Stolpersteine gegen das Vergessen – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Münster, verlegt mit dem Verein „Spuren Finden e.V.“: Ehepaar Frieda Rothschild (geb. Heimbach), Emil Rothschild und Tochter Lieselotte. Letzter Wohnort in Münster: Korduanenstraße 5

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Stolperstein in Münster für Frieda Rothschild, geb. Heimbach ( Korduanenstraße 5). Fotos: Lothar Hill/ Geni.

Am 13. Dezember 1941 wurde Frieda Rothschild ab Münster-Osnabrück-Bielefeld in das deutsche Ghetto/KZ Riga (Lettland) deportiert und von dort am 9. August 1944 in das KZ Stutthof bei Danzig. 1945 starb sie auf einem „Todesmarsch“. Am 25. Januar 1945, als die Rote Armee nur noch wenige km entfernt war, befahl Kommandant Paul-Werner Hoppe die Evakuierung des Lagers ins Reich.

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Stolperstein in Münster für Emil Rothschild, geb. Heimbach ( Korduanenstraße 5). Fotos: Lothar Hill/ Geni.

Emil Rothschild wurde am 19. Februar 1902 in Hellenthal, Kreis Euskirchen, geboren und am 13. Dezember 1941 ab Münster über Osnabrück – Bielefeld in das KZ/Ghetto Riga (Lettland) deportiert. Ankunft des Zuges im Rangierbahnhof Skirotawa bei Riga, am 15.12.1941 gegen 23 Uhr. Mit dabei auch seine Ehefrau Frieda Rothschild und Tochter Liselotte. Der Viehhändler und spätere Lehrer Emil Rothschild wurde nach Januar 1945 im KZ Stutthof ermordet.

Stolpersteine gegen das Vergessen – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Stolperstein in Münster für Lieselotte Rothschild, geb. Heimbach ( Korduanenstraße 5). Fotos: Lothar Hill/ Geni.

Lieselotte Rothschild wurde am 9. Juni 1924 in Laer / Kreis Steinfurt geboren. Sie wurde am 13. Dezember 1941 von Münster über Osnabrück – Bielefeld mit ihren Eltern in das KZ/Ghetto Riga (Lettland) deportiert. Ankunft des Zuges im Rangierbahnhof Skirotawa bei Riga, am 15. Dezember 1941 gegen 23 Uhr.  Am 9. August 1944 brachten die Nazis Lieselotte Rothschild in das KZ Stutthof (nahe Danzig), wo sie ermordet wurde. Ihr Bruder Günter konnte am 8. Dezember 1939  nach Palästina flüchten und verstarb in Israel.

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                                                               Günter Rothschild. Foto: Geni

Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 299 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist.

Juden Münster NS-Zeit
Quelle: Kiepenkerl und Judenstern. Die Judenverfolgung in Münster – eine Dokumentation. Midwer, Simone, Kremer, Sascha (Hg.), Verlag: Selbstverlag, Münster, 1995

Reise in den Tod: NS-Deportationszug von Münster nach Riga am 13.12.1941 LESEN

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