Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Stolperstein gegen das Vergessen in Münster: Margarethe Wangemann

Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig in Münster, verlegt mit dem Verein „Spuren Finden e.V.“: Margarethe Wangemann (geb. Hoffa). Letzter Wohnort in Münster: Von-Vincke-Straße 8

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Fotos: Lothar Hill (Stolperstein) und „Spuren finden“ e.V. Münster (Margarethe Wangemann).

Margarethe Wangemann wurde am 23. Januar 1882 in Kassel geboren. Sie war die jüngste Tochter des jüdischen Ehepaares Hoffa. 1906 heiratete sie den nichtjüdischen Rudolf Wangemann aus Berlin und wurde evangelisch getraut. Daraufhin war sie dem Glauben nach nichtjüdisch, wohl aber nach den sogenannten Nürnberger Gesetzen vom 15. September 1935.  Mit ihrem Inkrafttreten war die rechtliche Grundlage für die Verfolgung der Juden in Deutschland geschaffen. Antisemitismus war fortan nicht nur legal, sondern gesetzlich verordnet.

Rudolf Wangemann war Regierungsrat in Oppeln (Oberschlesien). In diesem Ort kam auch das einzige Kind des Ehepaares Wangemann Ida zur Welt. 1919 kam die Familie aufgrund der Versetzung von Rudolf Wangemann nach Münster.

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                             Foto: Sammlung Möllenhoff/ Schlautmann-Overmeyer

Nach dem Tode ihres Ehemannes 1922, verlor Margarethe Wangemann den Schutz der sogenannten privilegierten Mischehe. Bei der Volkszählung 1939 wurde sie als Volljüdin registriert.

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Quelle Foto: flurgespräche.de

Am 31. Juli 1942 wurde sie mit einem Transport aus Münster in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort verstarb Margarethe Wangemann am 1. Mai 1943 im Alter von 61 Jahren.

Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 299 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist.

Deportation from Muenster to Theresienstadt in June 1943. Testimony of Margot Heumann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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