Münster 2030: Eine Hauptstadt der Abfallvermeidung- Abfallwirtschaftsbetriebe (awm) stellen Vision 2030 vor

Münster. Rund 131.710 Gewichtstonnen Abfall aus Privathaushalten weist die Abfallbilanz 2021 für Münster auf. Pro Kopf sind das 416 kg, davon 118 kg Restabfall. Aktiver Klimaschutz heißt: Weniger Abfall und eine noch bessere Wertstoffverwertung. Um noch mehr für den Klimaschutz zu tun, haben sich die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) ein ambitioniertes Ziel bis 2030 gesetzt:

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Weniger Abfall und eine noch bessere Wertstoffverwertung – das ist das Ziel der „Vision 2030“ der Abfallwirtschaftsbetriebe (awm). Foto: Stadt Münster.

„Mit einem starken Netzwerk aus Kooperationspartnern und gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern wollen wir Münster zu einer Hauptstadt der Abfallvermeidung entwickeln“, bringt awm-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp die Vision 2030 auf den Punkt. „Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen die Gesamtmenge und insbesondere die Restabfallmenge deutlich sinken. Pro Kopf 25 Prozent weniger Restabfall im Vergleich zu 2021 ist ein Ziel, das wir alle gemeinsam realistisch bis 2026 erreichen können. Wenn Abfälle anfallen, sollen es sortenrein getrennte Wertstoffe guter Qualität sein, sodass Kreisläufe durch optimale Verwertung geschlossen werden“, erläutert Hasenkamp. „Abfallvermeidung ist vorrangiges Ziel der Kreislaufwirtschaft und gesetzlich verankert – auch in der gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030. Deutschlandweit verfolgen bereits einige weitere Städte wie München oder Kiel das Ziel, abfallfrei zu werden“, ergänzt Ludger Steinmann, Vorsitzender des awm-Betriebsausschusses.

Abfälle vermeiden: Kooperationen ausbauen
Auch Politik, Industrie und der Handel sind beim Thema Abfallvermeidung gefragt. Jeder und jede Einzelne kann schon durch kleine Umstellungen enorm viel bewirken. Die awm werden ihre bereits bestehenden eigenen Angebote zur Abfallvermeidung wie auch die von Kooperationspartnern erweitern. Ein Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist die 2019 von Daniel Schaschek mit Studierenden gegründete Leihothek, eine „Bibliothek der Dinge“ an der Steinfurter Straße. Jeder europäische Haushalt besitzt im Durchschnitt rund 10.000 Gegenstände, die Geld, Platz und Ressourcen kosten. Regelmäßig im Einsatz sind davon nur 20 Prozent. Die Lösung: Leihen statt kaufen. Ab sofort gibt es die Leihothek 2.0. Sie ermöglicht eine vollautomatische Ausleihe per Online-Buchung. Die erste Leihothek 2.0 steht seit dem 25. August in der Mensa des Studierendenwerkes am Coesfelder Kreuz. Weitere Standorte sind bereits angedacht. „Es ist toll, dass die awm auch von der Leihothek 2.0 sofort begeistert waren und wir unsere Kooperation zur Abfallvermeidung immer weiter ausbauen“, sagt Schaschek.  

Wertstoffverwertung optimieren – Beispiel Bioabfall
Wie aktiver Klimaschutz durch noch bessere Wertstofftrennung und mögliche neue Verwertungswege gelingen kann, erläutert Betriebsleiter Hasenkamp am Beispiel Bioabfall. Die Bioabfallmenge pro Kopf lag in Münster im vergangenen Jahr bei 54 Kilogramm. Rund 10 Kilogramm pro Kopf landen aber immer noch in der Restabfalltonne. „Das sind verschwendete Ressourcen“, betont Hasenkamp. Aus Bioabfall erzeugen die awm im Verwertungsprozess Biogas. Diese alternative Energiequelle ist nicht erst seit der drohenden Gasmangellage bedeutend.
Auch das Endprodukt Kompost ist als Alternative zu Torf oder Kunstdünger ein echter Klimaschützer für die Landwirtschaft und in heimischen Gärten. „Ob Abfallvermeidung oder optimierte Wertstoffverwertung, bei all diesen Themen sind Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit unerlässlich. Klimaschutzziele lassen sich nur gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern, Kooperationspartnern und in einem starken Netzwerk erreichen“, unterstreicht Christian Wedding, stellvertretender Betriebsleiter der awm.   

 Gemeinsame Ziele sichtbar machen: „alle wirken mit“
Sichtbar wird das auch im neuen Erscheinungsbild der awm. Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden durch die Farbe Grün noch deutlicher. Der bisherige Logo-Claim „Saubere Lösung“ wird abgelöst durch „alle wirken mit“. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kommunikation der Stadt Münster und dem städtischen IT-Dienstleister citeq haben die awm ihre Internetseite modernisiert und kompatibel für Smartphones gemacht.
Unter awm.stadt-muenster.de finden Bürgerinnen und Bürger jetzt nicht nur alle Services und Informationen zu den Zielen 2030 der awm. Neu ist zum Beispiel das Online Abfall-ABC: Abfall- oder Wertstoffart können in das Suchfeld eingeben werden. Dann gibt es Infos und Hintergründe zur richtigen Entsorgung der jeweiligen Abfall- der Wertstoffart.

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