Integrationsrat Münster verurteilt aufs Schärfste Gewalttat an 25- jährigen trans*Mann / Opfer schwebt noch in Lebensgefahr

Heiko Philippski (Vorsitzender KCM Schwulenzentrum Münster e. V.) schilderte dem Integrationsrat im Historischen Rathaus den Tathergang und rief zur Beteiligung an einer Kundgebung gegen Gewalt an queeren Menschen am 2. September 2022, ab 18:00 Uhr, vor dem Historischen Rathaus auf dem Prinzipalmarkt auf.

Münster. Aufgrund einer Initiative von Dr. Georgios Tsakalidis, verabschiedete der Integrationsrat der Stadt Münster einstimmig auf der jüngsten Sitzung am 31. August 2022 im Historischen Rathaus eine Resolution, in der die abscheuliche Gewalttat am Rande des CSD-Ständefestes am 27. August auf dem Hafenplatz, an einem 25- jährigen Angehörigen der Queer-Gemeinde Münster aufs Schärfste verurteilt wird. Der Integrationsrat wünscht dem Opfer darin zudem einhellig eine gute Genesung. An der CSD-Demo durch die City, die vor dem Ständefest stattgefunden hatte, beteiligten sich laut Polizei zeitweise über 10.000 Menschen und vollkommen friedlich.

Integrationsrat Münster 45
Einstimmig verurteilte der Integrationsrat der Stadt Münster auf seiner Sitzung am 31. August 2022 im Historischen Rathaus, aufs Schärfste die abscheuliche Gewalttat am Rande des CSD-Ständefestes, an einem 25- jährigen Angehörigen der Queer-Gemeinde Münster. Foto: Lothar Hill.

Das 25-jährige Opfer des Hassverbrechens zeigte Zivilcourage und stellte sich schützend zwischen einigen CSD- Teilnehmenden und dem gewaltbereiten Angreifer, der sich zunächst mit homophoben Äußerungen gegen Teilnehmende wandte und schließlich seinem Opfer schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen zuführte. Leider schwebt der junge trans* Mann immer noch in akuter Lebensgefahr. Berichten zufolge würde er zudem weiterhin noch im Koma gehalten, da der Hirndruck zu groß sei. Vor diesem Hintergrund macht der IR Münster in seiner Erklärung deutlich: Der schwerverletzte couragierte Bürger hat die vollste Solidarität und Anerkennung des Integrationsrates für sein beherztes und beispielhaftes Eingreifen“.

Vor dem Hintergrund des brutalen Anschlages haben Angehörige der Queergemeinde Münster am 29. August 2022 auf dem Hafenplatz eine Aktion unter dem Motto: „Der Stein schreit“- für mehr Toleranz und Respekt, bemalte bunte Steine und LED-Teelichte niedergelegt und um mit den Gedanken bei dem Opfer zu sein. Fotos: Lothar Hill

Und weiter heißt es in der verabschiedeten Resolution des IR: Wir setzen uns als Integrationsrat dieser Stadt natürlich weiterhin und unmissverständlich für eine offene, diskriminierungsfreie, interkulturelle Gesellschaft ein, um das Ziel des friedlichen Zusammenlebens in Münster zu verstetigen und auszubauen“.

Heiko Philippski (Vorsitzender KCM Schwulenzentrum Münster e. V.) schilderte dem Integrationsrat den Tathergang und die aktuelle gesundheitliche Verfassung des trans*Mannes, der in der Uniklinik behandelt wird. Der KCM-Vorsitzende berichtete, dass beim Opfer von Ärzten Hirnschäden festgestellt worden wären. Welche Auswirkungen sie haben würden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht sagen.

Heiko Philippski KCM Münster
Heiko Philippski (Vorsitzender KCM Schwulenzentrum Münster e. V.). Foto: Lothar Hill.

Vor dem Hintergrund der schrecklichen Gewalttat am Rande des Hafenplatzes rief Heiko Philippski abschließend alle Anwesenden noch zur Beteiligung an einer Kundgebung gegen Gewalt an queeren Menschen am 2. September 2022, ab 18:00 Uhr, vor dem Historischen Rathaus auf dem Prinzipalmarkt auf. Er äußerte auch noch den Wunsch, dass der Integrationsrat ebenfalls beim CSD- Ständefest präsent sein möge. Sein Anliegen wurde direkt mit einem positiven Signal beantwortet.

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