Münster/ Senden: Kurdische Community zutiefst bestürzt über den Tod von Malte C.

Trauerkundgebung mit rd. 6.500 Menschen auf dem Prinzipalmarkt / Ermittler*innen der Polizei Münster ist am Freitagnachmittag (2.9.) im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen die Festnahme eines 20-jährigen Tatverdächtigen gelungen.

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Trauerbekundungen für Malte C. auf den Stufen zum Friedenssaal im Historischen Rathaus am Prinzipalmarkt in Münster. Foto: Lothar Hill.

Münster. In der Nacht vom 1. auf den 2. September 2022 verstarb der trans*Mann Malte C. an den Folgen einer schweren Kopfverletzung im Zusammenhang mit einem queerfeindlichen Übergriffs am Rande einer CSD-Veranstaltung mit bis zu 10.000 Teilnehmer*innen in Münster am 27. August 2022. Über den Tod des jungen Mannes zeigt sich auch die kurdische Community in Münster und Gemeinde Senden zutiefst bestürzt.

Das 25-jährige Opfer des Hassverbrechens zeigte Zivilcourage und stellte sich schützend zwischen einige CSD- Teilnehmende und dem Angreifer, der sich zunächst mit homophoben Äußerungen gegen die Teilnehmenden wandte und schließlich seinem Opfer schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen zuführte. Die Stadt Münster ordnete wegen des Todes des angegriffenen Mannes für alle öffentlichen Gebäude Trauerbeflaggung an.

„Malte C. ist heute aufgrund seiner schweren Verletzungen von uns gegangen. Wir wünschen allen seinen Hinterbliebenen viel Kraft, erklärt dazu Ekrem Atalan vom „Demokratisch Kurdisches Gesellschaftszentrum Münster e.V.“ (DKGZ) und „Deutsch-Kurdischer Freundeskreises Senden e.V.“ (DKFK).

Ekrem Atalan (DKGZ Münster e.V. und DKFK Senden e.V.)

Laut Polizeiangaben haben am 2. September 2022 etwa 6.500  Menschen an einer Trauerkundgebung für Malte C. vor dem Historischen Rathaus auf dem Prinzipalmarkt teilgenommen. Es gab eine Vielzahl von Redebeiträgen. Unter den Teilnehmer*innen waren auch Josefine Paul (Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW und Botschafterin des CSD Münster 2022), sowie Markus Lewe (OB Münster)

Derweil ist Ermittler*innen der Polizei Münster am Freitagnachmittag (2.9.) im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen die Festnahme eines 20-jährigen Tatverdächtigen gelungen. Einsatzkräfte einer Mordkommission werteten mehrere Zeugenhinweise aus der Bevölkerung und umfangreiches Bild- und Videomaterial aus. Die Beamten fanden Bilder vom mutmaßlichen Täter. Im Rahmen der Fahndung erkannte eine Ermittlerin der Mordkommission den Tatverdächtigen am Hauptbahnhof und nahm ihn fest.

Die Staatsanwaltschaft Münster beabsichtigt, beim Amtsgericht einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu stellen. Die Vorführung des 20-Jährigen soll noch am Samstag (3.9.) erfolgen.

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