Gewaltsamer Tod von Malte am Rande des CSD in Münster: Vereine zutiefst entsetzt über Berichterstattung der Bild-Zeitung

Münster, 4. September 2022. „Schrecklich und unerträglich sind die Versuche, Maltes Tod für Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund und Asylsuchende zu vereinnahmen. Die Bild heizt aktuell mit ausländisch klingenden muslimischen Namen und der Nationalität des Täters und Fotos die Hetze gegen Menschen an, die bei uns Schutz suchen“, beklagen die Münsteraner Vereine Trans*-Inter*-MÜNSTER e. V., KCM Schwulenzentrum Münster e. V. und Queergemeinde Münster in einer gemeinsamen Presseerklärung.

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Malte auf der Demo am Samstag mit dem Banner von Trans*-Inter*-MÜNSTER e. V. Foto: Trans*-Inter*-MÜNSTER e. V.

Aber auch in sozialen Medien findet man inzwischen dazu unzählige ekelhAfDe Kommentare, auch in den Kommentarspalten unter Beiträgen von Münster Tube, in den über den Tod von Malte, berichtet wird. Sie werden natürlich umgehend entfernt. Hass, Hetze und Queerenfeindlichkeit finden auch bei Münster Tube (Münster von unter) keinen Platz.

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Malte C. war am 2. September 2022 in der Uniklinik Münster an den Folgen einer schweren Kopfverletzung im Rahmen eines queerfeindlichen Übergriffs am Rande des CSD am Hafenplatz gestorben. Der mutmaßliche Täter wurde am vergangenen Freitag (2.9.) am Hbf von der Polizei festgenommen.  Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Amtsgericht Münster den Erlass eines Haftbefehls wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Vorführung erfolgte am Samstag (3.9.), ein Richter ordnete Untersuchungshaft an. Der 20-Jährige hat laut Angaben der Polizei zu den Tatvorwürfen weiterhin keine Angaben gemacht.

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Im Bereich dieser Bushaltestelle am Albersloher Weg in Münster soll Malte niedergeschlagen worden sein, wobei er sich durch einen Sturz auf den Hinterkopf lebensgefährliche Verletzungen zugezogen hatte, an dessen Folgen er am 2. September in der Uniklinik am frühen Morgen verstorben ist. Foto: Lothar Hill

„Der Täter hat nicht wegen seiner Nationalität oder Religionszugehörigkeit queere Menschen angegriffen, sondern weil er tief sitzenden Hass in sich trägt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Maltes Andenken dazu missbraucht wird, um gegen die nächste Gruppe in unserer  Gesellschaft zu hetzen. Wir bitten alle daher, sich nicht an Diskussionen in den sozialen Medien hierzu zu beteiligen. Teilen und verbreiten Sie auch nicht den Bildartikel. Die Bild ist ein widerliches Blatt und wir hoffen, dass der Deutsche Presserat der Bild eine entsprechende Rüge erteilt,“ heißt es abschließend in der Presseerklärung.

Trauer um Opfer queerfeinlicher Gewalttat Malte C. in Münster – Rede: Heidi Pelster (CSD Münster)

Am 2. September fand eine Trauerkundgebung für den 25-Jährigen trans*Mann Malte C. auf dem Prinzipalmarkt statt, an der sich laut Polizeiangaben 6.500 Menschen beteiligen. Malte C. war am 2. September 2022 in der Uniklinik Münster an den Folgen einer schweren Kopfverletzung im Rahmen eines queerfeindlichen Übergriffs am Rande des CSD am Hafenplatz gestorben. Es gab eine Vielzahl von Redebeiträgen. Unter den Gästen waren auch Josefine Paul (Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW und Botschafterin des CSD Münster 2022), sowie Markus Lewe (OB Münster).

Trauer um Opfer queerfeinlicher Gewalttat Malte in Münster – Felix Schäper (Trans*-Inter*-MÜNSTER)

 

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