GEW: „Kita-System mit zusätzlichen Geldern stabilisieren!“ – GEW unterstützt Petition für Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“

Münster. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Kampagne „Sprach-Kitas retten“. Gewerkschaften, Verbände, zahlreiche Kitaträger, Fachkräfte und Eltern tragen die Kampagne, mit der verhindert werden soll, dass das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ Ende 2022 ausläuft. „Wir machen uns gemeinsam für Erhalt und Ausbau des Programms stark, weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, so der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden: „Tausende Fachkräfte, Kinder und Familien werden im Ungewissen gelassen und sind sehr besorgt.

GEW Münster
v.l.: Ulrich Thoden ( GEW-Stadtverbandsvorsitzender Münster) und Carsten Peters (GEW-Geschäftsführer Münster). Fotos: Lothar Hill.

In den Kitas gibt es viel Unverständnis und Wut über die Prioritätensetzung der Bundesregierung. Es ist ein katastrophales Zeichen und eine bittere Enttäuschung für all jene, die Hoffnungen in die Ampel-Koalition gesetzt haben.“ In den Bundesländern werde gerade hektisch versucht, gewachsene Strukturen aus Eigenmitteln zu retten. Jedoch fehle es an Geld. Die Folge: Die Mittel müssten an anderer Stelle eingespart werden. „Anstatt die frühkindliche Bildung zukunftsfähig zu machen, hat die Bundesregierung einen Verteilungskampf in Gang gesetzt“, betont Thoden. Es sei kaum abzusehen, welchen enormen Schaden die Pläne anrichten und wie viele qualifizierte Fachkräfte das Arbeitsfeld perspektivisch verlassen werden. Es sei skandalös, dass die Bundesregierung hunderttausenden Kindern die Startchancen in unserer Republik dramatisch verschlechtern wolle: „Der Spracherwerb ist das Grundgerüst für erfolgreiches Lernen.“

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Wir werden die Fachkräfte nicht alleine lassen und mit dem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis alles dafür tun, dass die Bundesregierung ihr Versprechen hält und die Sprach-Kitas in Deutschland ausbaut. Dafür muss Finanzminister Christian Lindner (FDP) ausreichend Haushaltsmittel bereitstellen – mindestens auf dem Niveau von 2022“, so GEW-Geschäftsführer Carsten Peters. Eine Verrechnung mit den zwei Milliarden Euro für die Fortsetzung des Kita-Qualitäts- und Teilhabegesetzes darf es nicht geben. Das ist der alte Trick ‚linke Tasche – rechte Tasche‘. Auf Kosten der Kinder zu sparen, ist unverantwortlich. Das Kita-System muss jetzt mit zusätzlichen Geldern stabilisiert werden. Damit würde ein deutliches Signal des Aufbruchs gesendet und den Fachkräften eine klare Perspektive aufgezeigt.“

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Appell der 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

Mit Blick auf den aktuellen Appell der 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler macht die GEW deutlich, dass die Politik die Handlungsaufforderung der Wissenschaft erst nehmen muss: „Wir brauchen dringend einen verbindlichen Stufenplan für eine verstärkte Fachkräfte- und Qualifizierungsoffensive. Für den akuten Bedarf seien Konzepte notwendig, um Stütz- und Hilfskräfte einzustellen und diese fachlich auf die Arbeit in den Einrichtungen vorzubereiten.“ Diese Beschäftigten müssten bei fachlicher Eignung eine Ausbildung als Erzieherin oder Erzieher aufnehmen können und ihnen damit Berufschancen eröffnet werden.

Es gebe schon länger keine Balance mehr zwischen den gestiegenen Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte und Institutionen der Kindertagesbetreuung und den Ressourcen im System. Diese Situation verschärfe sich zusehends. Seit Jahren warnen wir vor der drohenden Erschöpfung der Fachkräfte und dem Verfall des Systems. Erzieherinnen und Erzieher, die Kinder und Familien sind durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie psychisch und physisch am Ende ihrer Kräfte.

Info: Hier finden Sie den Appell der 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Politik.

Die Kampagne „Sprach-Kitas retten“ macht sich für die Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ stark. Zentrales Element der Kampagne ist eine Petition an den Bundestag, die unter diesem Link aufgerufen und unterzeichnet werden kann

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2022/_08/_01/Petition_137016.nc.html.

Ziel sind 50 000 Unterschriften in vier Wochen, damit es im Bundestag eine öffentliche Anhörung gibt. Homepage zur Kampagnenseite: http://www.sprachkitas-retten.de.

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