GEW kritisiert Kommissionsvorschläge zum Lehrkräftemangel: „Massive Mehrbelastungen durch die Hintertür“ – Empörung in den Lehrerzimmern ist groß

Münster. „Die KMK hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und kommt ihrer Fürsorgepflicht für die Beschäftigten nicht nach – die Empörung in den Lehrerzimmern ist groß! Die Empfehlungen zum Umgang mit dem akuten Lehrkräftemangel bedeuten massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte. Es ist schlicht
inakzeptabel, wenn die Lösung des Lehrkräftemangels in Mehrarbeit für die Kolleg*innen besteht. In einem System, das bereits auf Kante genäht ist, wird die hohe Belastung der Lehrkräfte ausgeblendet werden.

Peters_Thoden_GEW MünsterV.l.: Ulrich Thoden und Carsten Peters. Fotos: Lothar Hill.

Die Umsetzung dieser Empfehlungen wird dauerhaft nicht zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels beitragen, sondern wird wie ein Bumerang zurückkommen und zu noch weniger Lehrkräften führen. Nicht gesehen wird der hohe Krankenstand, die bereits heute zu großen Klassen und allein in NRW 8.000 nicht besetzte Stellen“, macht der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden deutlich.

Maßnahmen verschlechtern Attraktivität des Lehrerberufs.

GEW-Geschäftsführer Carsten Peters ergänzt: „Leider verfehlen die Empfehlungen eine langfristige und nachhaltige Lösung des Lehrkräftemangels. Stattdessen werden hier Maßnahmen in den Fokus gerückt, die die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Lehrberufs dauerhaft verschlechtern. So wird es noch schwieriger, die Lehrkräfte im System zu halten und junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Gute Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel, um langfristig Menschen an die Schule zu binden.“


Zum Hintergrund:

Am vergangenen Freitag hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz Empfehlungen zum Umgang mit dem akuten Lehrkräftemangel ausgesprochen. Die Empfehlungen der SWK sehen beispielweise den Abbau von Altersermäßigungen, die Begrenzung von Teilzeitmöglichkeiten, die Erhöhung der Klassenfrequenzen und die Möglichkeit von Hybridunterricht in der gymnasialen Oberstufe vor. Die GEW hat der Politik 15 Vorschläge zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels gemacht:
https://www.gew.de/15-punkte-gegen-lehrkraeftemangel

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