Asylrecht schützen! Skandalöse Unterbringung in der ZUE beenden! DGB Münster zum Weltflüchtlingstag

Münster. Während weltweit mittlerweile über 100 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Hunger, Armut und Klimakatastrophen sind, ist das Asylrecht in Europa in Gefahr. Verweigerte Seenotrettung, illegale Pushbacks in Griechenland, Misshandlungen an der kroatischen Grenze, Inhaftierung Asylsuchender in polnischen Lagern sind nur die Spitze des Eisbergs, anhand derer sich die tagtägliche Kette von Menschenrechtsverletzungen in Europa dokumentieren lassen.

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Mahnwache in Münster: „Grünes Licht für Aufnahme“ – Rede: Ekrem Atalan (DKGZ Münster e.V.)

Münster. Anlässlich der unmenschlichen Situation von Geflüchteten Situation an der Polnisch-Belarussischen Grenze, hatte Seebrücke Münster am 18. Dezember 2021, im Rahmen einer bundesweiten Solidaritätsaktion zu einer Mahnwache unter dem Motto: „Grünes Licht Für Aufnahme – Gegen die Gewalt der Festung Europa“ vor dem Historischen Rathaus eingeladen.

U.a. fordert Seebrücke Münster humanitäre Korridore für die Geflüchteten im Grenzgebiet, sowie auch die Aufnahme von Schutzsuchenden.

In den Grenzregionen wird die Farbe Grün genutzt, damit Anwohnende Solidarität bekunden und Menschen auf der Flucht zeigen können, dass sie an diesen Orten Hilfe finden.

Berichten zufolge, sollen an der Polnisch-Belarussischen Grenze bereits rd. 20 Menschen ihr Leben verloren haben. Zudem müssen schutzsuchende Geflüchtete bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 10 Grad in diesem Gebiet ausharren. Die Grenze dort ist zugleich auch Außengrenze der Festung Europa.

Es gab mehrere Redebeiträge während der Mahnwache. Da allerdings nebenan vom Balkon des Stadtweinhauses eine Bläsertruppe den Prinzipalmarkt lautstark mit schmalzigen Weihnachtsliedern beschallte, war von den Redebeiträgen leider nichts mehr zu hören. Erschwerend hinzu kam auch noch ein technischer Defekt an der Lautsprecheranlage, die somit nicht für Redebeiträge zur Verfügung stehen konnte.

Lediglich bei dem Redner Ekrem Atalan, vom Demokratisch Kurdischen Gesellschaftszentrum Münster e.V. (DKGZ) herrschte Stille bei den Bläsern auf dem Balkon.

Atalan forderte Politik und Gesellschaft auf, den Mantel der Gleichgültigkeit aus dem Herzen zu schmeißen und  in Nächstenliebe zu leben, nicht nur in Münster, sondern über die Grenzen hinaus.

Seebrücke Münster                                                                                                                                                     Foto. Münster Tube.

Hier der Aufruf von Seebrücke Münster zu der Mahnwache vor dem Historischen Rathaus:

Seit Wochen werden schutzsuchende Menschen im abgeriegelten Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus festgesetzt. Sie werden aus Polen zurückgepusht, leiden Hunger, sind Nässe und bitterer Kälte ausgesetzt. Mehr als siebzehn Menschen hat die europäische Abschottung in den polnisch-belarussischen Wäldern schon das Leben gekostet. In diesen Zeiten lassen solidarische Anwohner*innen im polnischen Grenzgebiet grüne Lichter leuchten, um schutzsuchenden Menschen zu zeigen: Hier bekommt ihr Unterstützung, eine warme Suppe, Kleidung und Strom, um eure Handys zu laden.

Seebrücke Münster 02                                                                                                                                                         Foto: Seebrücke

Diese grünen Lichter der Solidarität sollen auch in Deutschland durch die Nacht leuchten. Überall wollen wir zeigen: Wir haben Platz! Für das Recht zu kommen, zu gehen und zu bleiben!
Insbesondere der Ampel wollen wir sagen: schafft humanitäre Korridore, übernehmt Verantwortung und nehmt die Menschen endlich auf!

Wir laden euch ein, am 18.12. mit uns gemeinsam vor dem Rathaus zu sein und grüne Lichter zu entzünden um zu zeigen:

Wir wollen laut werden und gemeinsam handeln! Wir wollen Menschenrechtsverletzungen nicht tatenlos hinnehmen und senden ein deutliches Signal: Wir haben Platz! Von der neuen Koalition verlangen wir: Übernehmt Verantwortung, nehmt die Geflüchteten endlich auf! Es darf keine weiteren Toten geben!

Festung Europa: Dr. Georgios Tsakalidis (Münster) zur Situation an der polnisch-belarusischen Grenze