Münster. Zwei Sinti-Familien mit dem Namen Wagner lebten bis März 1943 im Kuhviertel, in der Häusern Brinkstraße 6 und 7. (heute Jüdefelderstraße 10). An diesem Ort wurde die Gesamtschule Münster-Mitte errichtet. 16 Mitglieder der Familien wurden durch die Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet. Jetzt erinnern Stolpersteine, die vom Verein „Spuren Finden“ e. V. Münster, mit dem Zusatzkurs Geschichte des Jahrgangs Q 2 im Schuljahr 2020/21 der Gesamtschule Münster-Mitte am 13. Juni 2021 verlegt wurden, an deren Schicksal. Auch zahlreiche Nachfahren der Familien waren an dem Tag vor Ort.
Das Leben rund um die Brinkstraße war vor allem durch die Sinti-, Roma- und jüdischen Familien geprägt. Unter ihnen lebten aber auch ein paar deutsche Familien. Das Zusammenleben und die Nachbarschaft dort waren größtenteils friedlich.
Städtisches Wohnhaus mit maroder Fassade, damalige Brinkstraße 20 in Münster. Undatiert, 1920er Jahre. Fotograf nicht überliefert, zugeschrieben Ernst Krahn. Quelle: LWL-Medienzentrum für Westfalen. Bild vergrößern.
Es finden sich aber auch Aussagen darüber, dass das Leben im Kuhviertel nicht immer einträchtig und friedlich gewesen sei und dass es zu Ausgrenzungen einzelner Bevölkerungsgruppen, besonders aber der Sinti-Familien, gekommen sei.
Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verschärfte sich die Lage der Sinti und Roma allerdings zusehends: Sie wurden zum Beispiel mit Fingerabdruck registriert, sie mussten sesshaft werden und die Kinder mussten zur Schule gehen. Ab dem 17.10.1939 durften sie ihren Wohnsitz nicht mehr verlassen, was sie bestimmt vor einige Schwierigkeiten gestellt hat. Insgesamt wuchs die Angst vor dem NS-Regime und der Polizei, die auch Generationen später noch zu spüren sein wird. Die beiden Wagner-Familien aus Münster wurden am 9. März 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.



